29.03.2011

Das Thema mit dem Equipment

Weniger ist mehr. Trifft das auch auf das Equipment in der Fotografie zu?



Kann es denn sein, dass man sich manchmal mit zuviel Equipment unnötig belastet? Belastet auch in der Hinsicht, dass man sich beim Shooting unnötig mit dem Equipment einengt.

Wie vielleicht bekannt ist bin ich ein ein absoluter Fan von Helmut Newton. Hier mal ein Zitat aus seiner Autobiographie:
"Viele meiner Fotos entstehen mit zwei Canon Kameras aus dem Jahr 1991. Die Objektive habe ich vor allem im Hinblick auf größtmögliche Bildschärfe ausgesucht".

Es sind genaugenommen 3 Festbrennweiten

Desweiteren  schreibt er zum Licht:
"Im Sommer fotografiere ich bei Tageslicht, und im Winter machte ich die Porträtaufnahmen mit einer 200 Watt Fotoleuchte. Inzwischen bin ich zu einer 500 Watt Lampe aufgestiegen. Ich besitze kein Studioblitz und arbeite nur ungern im Studio. Wenn nötig, miete ich zusätzliche Geräte und ein Studio".

Man liest in diversen Artikeln über die Auftragsfotografie, es werde vom Kunden erwartet, dass man mit entsprechend teurem Equipment auftaucht. Einer hat mal erzählt das er seine Hasselblatt nur auspackt wenn der Kunde bei dem Shooting dabei ist. Sobald der Kunde weg ist fotografiert er mit der Vollformat-  Kamera weiter. Er mache das mit der Hasselblatt nur damit der Kunde das Gefühl hat, dass er professionell sei.  Hä? wie bitte? Geht's noch?
Also mich hat noch niemand nach meiner Ausrüstung gefragt. Es geht doch um die Bilder. Ob ich jetzt 10 Koffer oder nur einen dabei habe ist doch vollkommen egal. Wichtig ist doch Endresultat, wie und womit ich das erreiche spielt doch eher eine untergeordnete Rolle. Oder seht ihr es anders?


Das Foto unten entstand auf einem schwer zugänglichen Turm. Alles was wir dabei hatten war eine Kamera mit einem 24-70 2,8 und einem Blitz Elinchrom Quadra. Alles andere hätte nur gestört.
                                                    


Hier noch ein tolles Zitat von Kristian Schuller aus dem Buch "90 Days one Dream"? Welches ich übrigens sehr empfehlen kann.
"Ich bin ein Freund des Minimalismus. Die meisten Bilder habe ich mit einer 28mm-Optik ohne große Blitzanlage aufgenommen - das war es, technisch gesehen, dann auch schon. Je einfacher ich fotografiere, desto mehr Zeit habe ich, um auf das Model einzugehen und desto weniger enge ich es durch die Art des Fotografierens ein, wir beide können uns einfacher bewegen. Hätte ich die Inszinierungen mit der großen Blitzanlage gemacht, wäre es sehr schnell zu einer surrealen, überperfektionierten Darstellung gekommen, die durch die unglaubliche Auflösung und das Schärfevermögen der High-End-Digitalkameras noch potenziert wird. Dann mußt du dich an jedem Detail totretushieren."


Ich finde es schade das es vermehrt um die Technik und nicht mehr um das wesentliche geht. Ich belächle es. Es tut mir nur um die Fotografen leid, die sich von sowas beeinflussen lassen.


In diesem Sinne "Weniger ist manchmal mehr"

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